Coaching

Beim Coaching lernen die polnischen Teilnehmerkommunen des Projekts Methoden und Instrumente kennen, die für die Prozessgestaltung, die Einbindung von Akteuren und die Strategieplanung verfügbar sind. Das Coaching dient dem gezielten Kapazitätsaufbau zur Entwicklung und Durchführung von Niedrigemissionsmaßnahmen in den Kommunen. Dabei steht besonders das interaktive Peer-to-Peer-Lernen im Vordergrund.

 

Am 28. Februar und 1. März 2017 erhielten die 13 polnischen Teilnehmerkommunen die Gelegenheit, ihre eigenen geplanten oder bereits begonnenen Projekte mit ausgewiesenen Experten aus Polen und Deutschland zu diskutieren.

 

In fünf Sitzungen tauschten sich die Teilnehmer zu folgenden Themenschwerpunkten aus:

Die Bekämpfung der Luftverschmutzung

Für eines der drängendsten Probleme in Polen – die Luftverschmutzung in Städten – konnte adelphi Anna Dworakowska gewinnen, die sich in der polenweit bekannten Initiative „Smog Alarm“ (Krakowski Alarm Smogowy) für den Kampf gegen die Luftverschmutzung engagiert. Sie wies besonders auf das Problem vieler Gesetzeslücken hin und stellte in diesem Zug Lösungen zur Luftreinhaltung vor, die Kommunen trotzdem selbständig ergreifen können – von einfachen Bildungsmaßnahmen bis zur Bezuschussung effizienter Heizkessel.

Stadtplanung und -Entwicklung im Hinblick auf die Niedrigemissionswirtschaft

Mit dem Architekten und Stadtplaner Maciej M. Mycielski konnten sich die Kommunen über ihre städtebaulichen Gegebenheiten und besonderen Herausforderungen vor Ort austauschen. Er stellte den Kommunen nachhaltige und bereits in unterschiedlichen Projekten erprobte Ansätze zur innovativen Stadtentwicklung vor. Darauf aufbauend nahmen sie die geplanten Nachhaltigkeitsmaßnahmen vor Ort unter die Lupe.

Entwicklung und Nutzung erneuerbarer Energien in Städten

Die Entwicklung und Nutzung erneuerbarer Energien in Städten, mit besonderem Augenmerk auf Erfolgsgeschichten aus polnischen Kommunen, war Thema einer weiteren Sitzung. Wolfgang Degelmann von EnergieVision Frankenwald e.V. und Joachim Bargiel, Bürgermeister von Gierałtowice präsentierten Möglichkeiten zur Entwicklung erneuerbarer Energien in Kommunen, die auch trotz knapper Gemeindekassen realisierbar sind und den Gemeinden sozio-ökonomische Vorteile bringen können. Marek Józefiak von Polska Zielona Sieć stellte zudem prozessrelevante Erfolgsfaktoren bei der Entwicklung erneuerbarer Energien in Städten und Gemeinden vor.

Klima- und Energiemanager: Auf dem Weg zu Arbeitsstrukturen für die Niedrigemissions-wirtschaft in der öffentlichen Verwaltung

In dieser Sitzung wurden vorbildliche Beispiele aus Polen zu Klima- und Energiemanagement präsentiert, wobei Bielsko-Biała mit ihrem Energiemanager Piotr Sołtysek als Vorreitergemeinde gilt. Die Teilnehmenden stellten hier die jeweilige Struktur ihrer Gemeinden vor und diskutierten die Vorteile, sowie spezifische Herausforderungen und Lösungen bei der Schaffung von Stellen für Energiemanager.

Energieeffizienz in Gebäuden

In einer weiteren Diskussionsrunde beschäftigten sich die Teilnehmenden mit der Energieeffizienz der Gebäude in ihren Gemeinden. Die Besprechung des Portfolios ihrer kommunalen Liegenschaften mit dem Experten Łukasz Polakowski (FEWE) und die Identifikation von Ansatzpunkten für Energieeffizienzmaßnahmen in allen Gebäuden standen dabei im Zentrum.

Den polnischen Kommunen gab das Coaching zudem die Gelegenheit, sich mit Akteuren der nationalen Ebene zu möglichen Förderprogrammen auszutauschen – denn auch Vertreter des polnischen Umweltministeriums und der Deutschen Botschaft in Warschau nahmen als Gasthörer und Diskussionspartner am Coaching teil. Zum Abschluss stellte Saskia Lührs von der Initiative Wohnen in Osteuropa e.V. (IWO) neue Förderprogramme des Bundesumweltministeriums für Niedrigemissionsprojekte vor, die auch für polnische Kommunen zugänglich sind.

Das Coaching soll die Kommunen darin bestärken, den Weg in Richtung konkrete Projektentwicklung und -Umsetzung weiter zu gehen. Dazu wurden ihnen zahlreiche Tools und inspirierende Beispiele an die Hand gegeben. Das Coaching ist ein entscheidender Meilenstein, der maßgeblich in die nächsten Schritte des Projekts prägen soll, besonders die zweite Runde der bilateralen Treffen mit den deutschen Partnergemeinden.

Die Beiträge der jeweiligen Expertinnen und Experten finden Sie neben anderen Quellen nach Themen sortiert in unserem Download-Bereich.

 

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) mit Mitteln des Beratungshilfeprogramms (BHP) für den Umweltschutz in den Staaten Mittel- und Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens sowie weiteren an die Europäische Union angrenzenden Staaten gefördert und vom BMUB und dem Umweltbundesamt (UBA) fachlich begleitet.